Auction: 11 days
As of Jun 11, 2026
Rechts oben signiert und datiert „LDavid F1790“
Hinter Glas, unter Passepartout, in schlichtem Goldrahmen.
Die Tuschezeichnung zeigt die mythologische Figur Myrrha unmittelbar nach der Geburt des Adonis im Kreise von Nymphen oder weiblichen göttlichen Gestalten, ein Sujet mit unterschiedlichen Deutungen in der antiken Überlieferung. Ikonografisch erscheint Myrrha in melancholischer Haltung; eine Begleitfigur fängt ihre Tränen auf. Die Äste verweisen auf ihre Verwandlung in einen Myrrhenbaum: Myrrha hatte sich – durch göttliche Fügung bzw. den Zorn der Götter – in ihren eigenen Vater verliebt und war eine inzestuöse Verbindung mit ihm eingegangen. Als diese verbotene Beziehung aufgedeckt wurde, wurde sie durch göttliche Strafe in einen Baum verwandelt. In dieser Gestalt bringt sie später Adonis hervor. Die Tränen können als Ausdruck von Leid und innerer Läuterung gelesen werden.
Die Zuschreibung an Jacques-Louis David gründet sich auf die ausgeprägte Vorherrschaft der Linie: Klare Konturen bestimmen die Figuren und verleihen ihnen eine nahezu skulpturale Präsenz, die an antike Reliefs erinnert. Form und Volumen werden ohne ausgeprägte malerische Modellierung entwickelt. Diese Reduktion auf Linie und Form entspricht dem klassizistischen Ideal von Klarheit, Disziplin und formaler Strenge. Das Werk wirkt dadurch ruhig und ausgeglichen.
Provenienz:
Privatsammlung, Belgien.
Anmerkungen:
Leichte bräunliche Verfärbung. (1480242) (14)