Auction: 11 days
As of Jun 11, 2026
Im Zentrum liegt die schlafende Venus. Ihr helles Inkarnat und das drapierte Laken vor dunklerem Hintergrund bilden den kompositorischen Anker, der die beiden übrigen Figuren ins Bildgeschehen integriert. Die Ikonografie wird maßgeblich durch Cupido bestimmt, dessen Bezeichnung hier dem allgemeineren „Amor“ aufgrund des mitschwingenden Begehrens vorzuziehen ist. Über der Göttin positioniert, schwankt sein Gestus – mit einem Finger im Mund – zwischen kindlicher Naivität, Unsicherheit und dem bewussten Spiel mit Erotik. Er fungiert als psychologisches und szenisches Bindeglied zwischen der schlafenden Venus und dem von links herantretenden Satyr. Dieser lüftet das Laken und fixiert den entblößten Körper in einer Haltung des Begehrens. Detaillierte Vegetation und stoffliche Genauigkeit bestimmen den Mittelgrund, während das bläulich schimmernde Gebirge im Hintergrund eine atmosphärische Tiefe schafft. Die Ausführung setzt auf die fleischliche Präsenz des Vorbilds, wobei das Fehlen des meisterlichen, lockeren Pinselstrichs durch eine gesteigerte erzählerische Dichte und ikonografische Präzision kompensiert wird. (1480011) (14)