Auction: 11 days
As of Mar 12, 2026
Das vorliegende Gemälde, welches wir mit dem gleichen Titel versehen haben, wie dasjenige in den Uffizien in Florenz, da auch hier die Buchseite mit dem durch eine polychrom gestaltete Majuskel „M“ dekorierten Magnificat beginnt. Es stimmt in weiten Teilen mit dem etwas größeren Florentiner Vorbild überein, zeigt sich jedoch in einer weicher verstandenen, weniger der zeichnerischen, kontrastreichen unterlaufenen Auffassung der Malerei. Wir kennen die Umstände unter denen die Original Tafel in Auftrag gegeben wurde nicht, aber die kreisförmige Form des Gemäldes lässt uns an eine Arbeit denken, die für die private Andacht gefertigt wurde. Die im Tondo dargestellte Szene zeigt Maria gekrönt von zwei Engeln, während sie damit beschäftigt ist, ein Buch über eine Passage aus dem Lukasevangelium zu schreiben „Magnificat anima mea Dominum“. Das Jesuskind sitzt auf ihrem Schoß und führt ihre schreibende Hand. Andere Engel halten das Buch und das Tintenfass und eine andere geflügelte Figur befindet sich hinter den beiden. Die Komposition passt sich perfekt der Form des Bildes an, indem sie die Augen des Betrachters auf das Buch und auf die Hände von Maria und Jesus zusammenführt. Im Hintergrund ein sich in den hügeligen Grund windender Wasserlauf und Architekturstaffage. Rest.
Anmerkung:
Die Komposition ist eine Wiederholung des Gemäldes in den Uffizien von ca. 1481–1485, das mit einem ähnlich, schön gestalteten Rahmen aufwartet.
Literatur:
Vgl. Susan Schibanoff, Botticelli‘s „Madonna del Magnificat“ – Constructing the Woman Writer in Early Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the Modern Language Association of America, März 1994, S. 190–206. (1471881) (13)
Sandro Botticelli,
1445 Florence – 1510 ibid., follower of
MADONNA DEL MAGNIFICAT
Oil on panel. Partially parquetted.
Diameter: 90 cm.
The present painting has been assigned the same title as the corresponding example in the Uffizi Gallery, as the manuscript page likewise opens with the Magnificat, introduced by a polychrome majuscule “M.” While it closely follows the somewhat larger Florentine model in composition, it adopts a softer and less graphic handling, with less contrasts.
Notes:
The composition is a repetition of the painting in the Uffizi Gallery from ca. 1481 – 1485, which features a similarly beautifully designed frame.
Literature:
cf. Susan Schibanoff, Botticelli’s “Madonna del Magnificat” – Constructing the Woman Writer in Early Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the Modern Language Association of America, March 1994, pp. 190–206.