Auction: 11 days
As of Jun 11, 2026
Zu sehen ist eine dynamische Komposition geometrischer Abstraktion. Seit 1930 gegenstandsfrei arbeitend und angeregt durch Wassily Kandinsky, entwickelte Kleint – auch im Austausch mit Künstlern wie Picasso, Léger oder Hartung – eine eigenständige Bildsprache, die teils dem Tachismus vorausgreift. Geprägt von Bauhaus und Konstruktivismus verbinden sich Kreise, Drei- und Rechtecke zu einem spannungsvollen Gefüge. Fein gesetzte Schraffuren und Graustufen erzeugen differenzierte Dichten und verleihen den flächigen Formen eine subtile räumliche Tiefe. Das Werk steht im Zeichen einer zunehmenden Geometrisierung von Kleints Formsprache, die für sein Schaffen seit seiner Emigration als „entarteter Künstler“ im Jahr 1936 kennzeichnend wurde. Altersbedingte Stockflecken und am Passepartout-Ausschnitt vergilbt. Gerahmt beschrieben.
Provenienz:
Schenkung des Künstlers an die Mutter des heutigen Eigentümers, die als Galeristin Kleint ausstellte, 1970er-Jahre.
Durch Erbfolge an den heutigen Eigentümer.
Anmerkung:
Die Rückseite des Bildes zeigt einen Grundriss, da das Blatt aus einem Architekturbuch stammt.
Literatur:
Jo Enzweiler (Hrsg.), Boris Kleint. Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Farbschnitte 1919 – 1984, Saarbrücken 2003, S. 84, WZ.Nr. 223 mit Abb., Kat.Nr. Z 753.
Ausstellungen:
Galerie Mathea, St. Ingbert 1979 (Ausstellungsunterlagen in Kopie vorliegend). (1480221) (14)