Auction: 11 days
As of Jun 11, 2026
Tiefe: 28,3 cm.
Entwurf 1901, diese Werkwiederholung von der Hand des Bildhauers 1910.
Auf der Basis vorne die autografische Beschriftung „Moi, je suis Bacchus [...] le nectar délicieuse. Beethoven“. Auf der Basis links Widmung des Künstlers an „Mlle. Henriette Charasson, très sympathiquement. E. A. Bourdelle“.
Beigegeben eine Kopie der handschriftlichen Schreiben von Émile Antoine Bourdelle an die Comission vom Februar 1908, sowie von 1910.
Gips. Auf der Suche nach Beethovens Gesichtsausdruck, der neben äußerlicher Ähnlichkeit weit mehr dem Wesen, Charakter und dem musikalischen Werk entsprechen sollte, waren zahlreiche Bildhauer. Bourdelle beschäftigte sich ab 1888 immer wieder mit dem großen Komponisten. Vielleicht ist ihm der tiefste Zugang zur Seele des Musikers gelungen. Seine Taubheit wird hier durch die geschlossenen Augen verdeutlicht, als ein nach innen gerichtetes Sehen. Auf die Ausarbeitung der Ohren hat der Künstler verzichtet (!). Die Lippen trotzig geschlossen, lassen Beethovens inneren Kampf und die Energie seiner Kompositionen erkennen. Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Straßburg zeigt seine Beethoven-Ausführung in Ton von 1903.
Bourdelle, später ein Pionier monumentaler Skulpturen, wurde bereits von dem 20 Jahre älteren Rodin (1840–1917) bewundert, der den jungen Bildhauer in sein Atelier aufnahm. Von 1909 bis zu seinem Tod war Bourdelle dann Lehrer der Académie de la Grande Chaumière in Paris. Matisse (1869–1954) oder Giacometti (1901–1966) zählten zu seinen Schülern. 1926 wurde er Mitglied der Académie Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. 1949 wurde das Musée Bourdelle eröffnet, zudem wurde er mehrfacht geehrt, etwa zum Offizier der Ehrenlegion, oder mit einer Straßenbenennung in Paris. Seine Werke stehen in bekannten internationalen Museen, in öffentlichen Gebäuden (z. B. in der Beethovenhalle, Bonn), oder im öffentlichen Raum (z. B. „Héraclès archer“ im Innenhof der Universität Köln oder „La mort du dernier centaure“ im Garten der Nationalgalerie in Athen). A.R. (1481564) (11)
Émile Antoine Bourdelle,
1861 Montauban – 1929 Le Vésinet
BEETHOVEN À LA COLONNE, AUX YEUX FERMÉS
Height: 62.4 cm.
Width: 32 cm.
Depth: 28.3 cm.
Design 1901. This work was repeated by the sculptor in 1910.
On the front of the base is the autograph inscription “Moi, je suis Bacchus […] le nectar délicieux. Beethoven”. On the left side of the base is the artist’s dedication to “Mlle Henriette Charasson, très sympathiquement. E. A. Bourdelle”.
Accompanied by copies of handwritten letters from Émile Antoine Bourdelle to the Commission dated February 1908, and 1910.
From 1888 onwards, Bourdelle repeatedly engaged with the great composer. Perhaps he achieved the deepest access to the musician’s soul. His deafness is illustrated here by the closed eyes, conveying an inward-directed gaze. The artist deliberately omitted any indication of his ears. Beethoven’s defiantly closed lips reveal his inner struggle and the creative energy of his compositions. The Museum of Modern and Contemporary Art in Strasbourg preserves and exhibits his 1903 ceramic version of Beethoven.