Auction: 11 days
As of Jun 11, 2026
Bronze; gegossen, mittelbraun patiniert. Laut dem Mythos wurde die Landschaft von Nemea von einem grausamen Löwen heimgesucht, einem Nachkommen von Orthrus und Echidna, der unbesiegbar war und dessen Fell undurchdringlich. Als erste der zwölf Aufgaben des Herkules sollte er dieses Untier töten. Nach einem langen und blutigen Kampf gelang es ihm, den Löwen am Hals zu packen und zu erwürgen. Aus Dankbarkeit versetzte Zeus das Tier als Sternbild an den Himmel und schuf so das Tierkreiszeichen Löwe.
Dieses Thema war bereits im florentinischen Kunstschaffen des 15. Jahrhunderts präsent und wurde von Giambologna und seiner Werkstatt für mehrere Bronzeskulpturen aufgegriffen, die zwischen der zweiten Hälfte des 16. und dem frühen 17. Jahrhundert entstanden. Der Bildhauer, der die Figur schuf, ließ sich von Michelangelos Werk inspirieren und gestaltete Herkules mit hervortretenden Muskeln. Damit griff er die neuplatonische Deutung des Mythos auf: Die menschliche Vernunft, die kraftvoll über die Wildheit der Tierwelt triumphiert.
Eine ähnliche Gruppe wird im Metropolitan Museum of Art verwahrt (Inv.Nr. 1982.60.105). Auch eine Gruppe in der Wallace Collection mit der Nummer S122 ist vergleichbar, wobei diese, an dieser Stelle danken wir für den Hinweis Jeremy Warran (17.12.2006), im Gegensatz zur vorliegenden Gruppe kein Feigenblatt vor den Genitalien des Herkules zeigt. (14800332) (13)
Giambologna,
ca. 1529 Douai – 1608 Florence, after
HERCULES DEFEATING THE NEMEAN LION
Height: 23.2 cm.
Width: 20.5 cm.
Bronze; cast with mid-brown patina. According to myth, the landscape of Nemea was ravaged by a fearsome lion, a descendant of Orthrus and Echidna, which was invincible and whose hide was impenetrable. Hercules was tasked with slaying this beast as the first of his Twelve Labours.
This subject was already prevalent in Florentine art of the fifteenth century and was later taken up by Giambologna and his workshop in a series of bronze sculptures created between the latter half of the sixteenth and the early seventeenth century. The sculptor who created the figure drew inspiration from the work of Michelangelo and rendered Hercules with pronounced musculature. In doing so, he embraced a Neoplatonic interpretation of the myth, presenting it as an allegory of human reason’s decisive triumph over the untamed forces of the animal world.
A comparable group is held in the collection of the Metropolitan Museum of Art (inv. no. 1982.60.105). Another related example is held at the Wallace Collection (no. S122); however, unlike the present group, this version does not include a fig leaf covering Hercules’ genitals – an observation kindly noted by Jeremy Warran (17 December 2006).